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Stadtteil - K I R C H S C H Ö N B A C H

Kirchschönbach (375 Einwohner)

Das Haufendorf Kirchschönbach liegt in etwa 280 m NN unmittelbar am Fuß des Steigerwaldes. In nächster Nähe entspringen Altbach und Beibach. Der Ort, etwa im Jahre 800 gegründet, gehörte im 13. Jahrhundert zum Hochstift Würzburg und war als Lehen im Besitz der Grafen zu Castell. Diese veräußerten das Dorf und das vermutlich im 13. Jahrhundert erbaute, erste Schloss an das Kloster Ebrach. Das Schloss gelangte nach seiner Zerstörung im Bauernkrieg von den Fuchs über die von Wichsenstein im 17. Jahrhundert an die Familie von Guttenberg.

Nach weiteren mehrfachen Besitzerwechseln erwarben es 1875 die Grafen von Schönborn, deren Wappen das Portal ziert. Sie überließen das Schloss 1924 als Schenkung den Zeller Schwestern. Langhaus und Chor der Pfarrkirche St. Jakob wurden im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil an Stelle einer an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert errichteten Kirche erbaut.

Die südlichen und östlichen Teile der großen, dicht bewaldeten Kirchschönbacher Gemarkung gehörten bis 1803 zu den selbstständigen Dörfern Ilmbach und Rüdern. Der heutige Weiler Ilmbach besteht aus einem idyllisch gelegenen Waldgasthaus und dem im 19. Jahrhundert errichteten Jagdschlösschen. Das Dorf „Ilmech“, etwa als „bei dem Ulmengehölz“ zu deuten, befand sich unter der Vogtei des Adelsgeschlechtes der Fuchs im Besitz der Grafen zu Castell, die es an das Kloster Schwarzach verkauften.

Aus dem Besitz der Benediktiner gelangte es durch mehrere Hände schließlich 1453 in den Besitz Fere von Bergs und seiner Gemahlin Magdalena von Vestenberg, die das Dorf in einem Stiftungsbrief dem Karthäuserorden zur Gründung eines Klosters überschrieben. Die im Verlauf des 15. Jahrhunderts errichtete Klosteranlage „Mariengarten“ wurde reichlich mit Ausstattungsgütern versehen. Das Kloster wurde durch Kriegseinwirkungen im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach geplündert und teilweise zerstört.

Benachbart, weniger als 1 km südwestlich Ilmbachs, liegt der Weiler Rüdern. Als Rodungssiedlung – darauf weist der Name hin – ist er wohl im 11. Jahrhundert entstanden und teilte nach mehrfachem Besitzerwechsel, schließlich zum Kloster der Karthäuser gehörend, dessen Schicksal nach der Säkularisation.