Prichsenstadt
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Stadtteil - B I M B A C H

Bimbach (146 Einwohner)

Der Stadtteil Bimbach (266 m NN), dessen Straßendorfcharakter erstaunlich gut erhalten ist, wird überragt von der protestantischen Pfarrkirche am steilen Talhang rechts der Schwarzach hin und der mächtigen Schlossanlage links der Schwarzach gegenüberliegend. Die etwa 500 m östlich des Ortskernes auf dem Höhenrücken oberhalb des Schwarzachtals liegende keltische Viereckschanze ist der älteste bekannte Hinweis auf die Besiedlung im Bereich der Ortsgemarkung. Der heutige Ort wurde vermutlich im 8. Jahrhundert gegründet. In mittelalterlichen Urkunden des 13. Jahrhunderts nannte man ihn „Bunebach“, was als „Bach mit Flechtwerkschutz“ gedeutet werden könnte. Im 14. Jahrhundert waren die Lamprecht mit dem zum Hochstift Würzburg gehörenden Schloss belehnt. Als Grundherr hatte die Herrschaft Stollberg zur selben Zeit im Ort Besitz.Von Beginn des 15. Jahrhunderts an erwarben die Fuchs von Dornheim Schritt für Schritt Schloss und Dorf, welche spätestens um 1500 ganz in ihren Besitz übergegangen waren. Sie führten es fortan als Lehen des Hochstiftes Würzburg. Im 15. Jahrhundert wurden die Geschicke des Ortes im Grenzbereich der Bistümer Würzburg und Bamberg durch die Auseinandersetzungen der Bischöfe und ihrer Lehensleute bestimmt. Nach seiner Zerstörung im Bauernkrieg wurde das ursprünglich wohl als Wasserschloss errichtete Gebäude Ende des 16. Jahrhunderts wieder aufgebaut und vermutlich erweitert.

Die heute erhaltene zweiflügelige Schlossanlage errichteten die Herren von Bimbach um 1700 größtenteils aus Steinen der im Bauernkrieg zerstörten, nahegelegenen Burgruine Stollburg als Spätbarockanlage. Sie war bis zur zweiten Hälfte letzten Jahrhunderts im Besitz der Familie.

Das zur selben Zeit als protestantische Pfarrkirche im markgräflichen Stil errichtete Gotteshaus enthält 3 Grabsteine des Geschlechts der Fuchs aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die Fuchs waren wegen ihrer Leistungen für das kaiserliche Haus und das Reich hoch angesehen. Die Witwe des Reichsgrafen Ernst Fuchs von Bimbach wirkte am Habsburger Hof als Erzieherin der späteren Kaiserin Maria Theresia.